Chronik

Oberfranken ist schon seit Jahrhunderten dem Schützensport verschrieben. Das beweisen die Gründungsjahre der ältesten Gesellschaften: 1306 Bamberg, 1354 Coburg, 1410 Forchheim, 1413 Lichtenfels, 1444 Kronach.

Zunächst gab es in Oberfranken vier verschiedene schießsporttreibende Verbände: die Scharfschützenvereine, die Zimmerstutzengesellschaften, Tesching-Clubs und Kleinkaliberschützenvereine. Die beiden stärksten Verbände waren der Oberfränkische Scharfschützenbund und der Oberfränkische Zimmerstutzenschützenbund. Hinzuzurechnen sind die Schützengesellschaften und die Vereine im Coburger Land, die aufgrund ihrer geschichtlichen Zugehörigkeit zum damaligen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, bzw. zum Freistaat Coburg sich im Südthüringischem Schützen-bund zusammengefunden hatten.

Die guten Entwicklungen wurden durch den zweiten Weltkrieg abrupt abgebrochen. Nachdem bereits 1937 die Verbände aufgelöst wurden, folgte 1945 die zwangsweise Auflösung der Vereine. Gewehre mussten abgeliefert werden, Schützenhäuser wurden als Notunterkünfte für Flüchtlinge zweckentfremdet und wertvolle Scheiben wurden vernichtet, viele Pokale und Erinnerungsstücke gingen verloren.

Nach der Genehmigung zum Luftgewehrschießen war in Bayern 1950 ein neuer Anfang möglich.

Auf der Bayerischen und Oberfränkischen Schützenlandkarte war zunächst ein bunter, vielfältiger Fleckerlteppich zu sehen. Ein Zusammenschluss nach größerer Einheit und Globalisierung war überall zu spüren.

So wurde bald auch der Wunsch nach einem Bezirks-Sportschützenbund in Oberfranken laut. Die Initiative ging zuerst von Nordost-Oberfranken aus. Die ersten Zusammenkünfte hatten dabei zunächst das Ziel, Festlegungen über örtliche Hauptschießen zu treffen. Bei einer Versammlung am 8.April 1951 – 28 Vereine waren bereits vertreten – war man sich über den Zusammenschluss der Oberfränkischen Schützen einig: die Zimmerstutzen-, die Kleinkaliber- und die Scharfschützengesellschaften sollten sich zusammenschließen, und der neue Schützenbezirk sollte sich dem BSSB anschließen. Bei der Hauptversammlung am 6. Mai 1951 im Bergschloss in Lichtenfels folgte die Gründung mit dem offiziellen Namen:

Bayerischer Sportschützen-Bund, Bezirk Oberfranken.

Die erste Vorstandschaft bildeten:

1. Vorsitzender: Willi Müller, Hof
2. Vorsitzender: Georg Landgraf, Bamberg
Kassierer: Karl Kürschner, Staffelstein
Schriftführer: Andreas Stock, Hof

Dazu kamen noch 12 Ausschussmitglieder.

Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte bei der Hauptversammlung am 2. Dezember 1951 in Kulmbach. Der Bezirk wurde in Gaue aufgeteilt. Während im BSSB die Gliederung nach den damaligen Landkreisgrenzen erfolgte (104 Gaue und 10 Sektionen) und noch heute in der Satzung des BSSB so festgeschrieben ist, besannen sich unsere Gründungsväter auf das Prinzip der größeren Einheit. Hätte man die allgemein gültige bayerische Regelung übernommen, wären in Oberfranken mindestens 20 Schützengaue in den damaligen 16 Landkreisen und 10 selbstständigen kreisfreien Städten entstanden. Der Bezirk ist in vier Gaue aufgegliedert worden, die bis heute zum Wohle ihrer Vereine und Gesellschaften erfolgreich arbeiten:

Gau Nord-Ost mit den Landkreis Hof und Wunsiedel und ehemaligen Landkreisen Rehau, Münchberg, Naila und der kreisfreien Stadt Hof. Zum Gau Nord-Ost zählen knapp 90 Vereine mit ca. 7.500 Mitgliedern.

Gau Nord mit den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels, dem früheren Landkreis Staffelstein und der kreisfreien Stadt Coburg. Etwa 65 Vereine mit ca. 8.000 Mitgliedern gehören dem Gau Nord an.

Gau Süd mit den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach, den früheren Landkreisen Stadtsteinach und Pegnitz und der kreisfreien Stadt Bayreuth. Die ca. 5.400 Mitglieder des Gaues Süd verteilen sich auf gut 60 Vereine.

Gau West mit den Landkreisen Bamberg und Forchheim, den früheren Landkreisen Ebermannsstadt und Höchstadt und der kreisfreien Stadt Bamberg. Mit ca. 11.900 Mitgliedern und fast 100 Vereinen zählt der Gau West zum größten im Bezirk Oberfranken.

Im Jahr 1951 meldete Oberfranken beim BSSB 1248 aktive, 209 passive und 49 Jungschützen. Ende 1952 hatte sich die Zahl der Mitglieder mehr als verdoppelt. Heute umfasst der Bezirk Oberfranken 309 Vereine mit ca. 32.500 Mitgliedern.

Die Großgliedrigkeit spiegelte sich auch in einer starken Kontinuität wieder. So sind bei allen, im dreijährigen Turnus stattfindenden Wahlen bisher nur fünf Schützenbrüder mit dem hohen Amt des Ersten Schützenmeisters betraut worden: Willi Müller (Hof, 1951-1973), Hans Hümmer (Stadtsteinach, 1973-1990), Alfons Seitz (Forchheim, 1990-2005), Volker Gottfried (Bayreuth, 2005-2015) und der amtierende 1. Bez.SM Alexander Hummel (Pettstadt, seit 2015).