26
Feb.
Rehau/Neustadt.
Es gibt Sporttage, die bleiben. Nicht wegen der Ergebnisse,
sondern wegen der Geschichten, die sie erzählen. Der 21. Februar 2026
war für den SC Neustadt genauso ein Tag – ein Tag, an dem ein kleines,
ehrgeiziges Team über sich hinauswuchs und sich mit Herz, Nervenstärke
und unerschütterlichem Teamgeist den Meistertitel der Bezirksliga
Recurve Oberfranken sicherte. Und mehr noch: Den Aufstieg in die
Oberliga Nordwest.
Dabei begann die Reise vor zwei Jahren unscheinbar.
Fünf
Schützen, ein Verein, der wieder seine Ligakarriere nach 8 Jahren
startet,
ein Traum, der noch nicht ausgesprochen wurde. Heute ist
er Wirklichkeit.
Ein wackeliger Start – und der erste Beweis für echten Teamgeist
Der zweite und entscheidende Wettkampftag in Rehau begann für den SC Neustadt alles andere als souverän. Im Match gegen ZSG Goldkronach landete ein Pfeil ausgerechnet auf der „1“. Für einen Moment schien die Konzentration zu kippen. Doch dann zeigte sich, was dieses Team so besonders macht: Keiner ließ den anderen fallen. Die Neustädter fingen sich, blieben ruhig – und gewannen mit vier Ringen Vorsprung.
„Mehr Glück als Verstand“, sagte ein Schütze lachend nach dem Match. Aber es war mehr: Es war der erste Funke eines Feuers, das sich durch den ganzen Wettkampftag ziehen sollte.
Krügers Comeback – der Moment, der alle aufwachen ließ
Im zweiten Match gegen BS Wirsberg erwischte ausgerechnet Mannschaftsführer Carsten Krüger einen desaströsen Start: Eine 6, eine 7 – untypisch für ihn. Die Zuschauer hielten die Luft an, Krüger selbst schüttelte ungläubig den Kopf.
Doch er ist nicht Kapitän ohne Grund. Er sammelte sich, fand zurück in seinen Rhythmus und führte sein Team schließlich doch noch zu einem klaren Sieg. Ein Moment, an dem viele merkten: Heute wächst dieses Team über sich hinaus.
Der Rhythmus kommt – und Neustadt findet die Zone
Mit zunehmender Dauer wurden die Neustädter stärker. Gegen Marktredwitz fiel erstmals die 200er-Marke (205 Ringe), nach der Pause gegen Höchstadt steigerten sich die Schützen sogar auf konstante 50er-Passen. Der SC Neustadt wirkte plötzlich nicht mehr wie ein Aufsteiger – sondern wie ein Titelfavorit.
Drei Endspiele, ein Ziel – der Aufstieg
Dann kamen die drei schwersten Gegner. Drei Matches, die über eine ganze Saison entscheiden sollten.
Gegen Bad Staffelstein setzte Neustadt ein klares Zeichen und gewann mit 204:159 – eine Demonstration von Ruhe und Präzision.
Doch das, was folgte, war der Moment, in dem die Halle in Rehau
spürte:
Dieses Team ist bereit, Geschichte zu schreiben.
Die Explosion: 216 Ringe – das beste Ergebnis des Tages
Im Duell mit SG 1964 Hummeltal liefen die Neustädter zu absoluter
Höchstform auf:
216 Ringe – das beste Ergebnis und das Beste Team
Ergebnis des Tages.
Jeder Schuss saß. Jeder Pfeil traf. Jeder im
Publikum wusste: Jetzt ist alles möglich.
Das große Finale – ein Match, das eine ganze Saison trägt
SC Neustadt gegen SG Thurnau.
Erster gegen Zweiter.
Wer
gewinnt, steigt auf.
Die Halle war still, als Neustadt die erste Passe mit starken 54 Ringen eröffnete. Doch dann kam der leichte Einbruch – Thurnau zog gleich. Die Spannung in der Halle war greifbar.
Doch Hannes Büchner hielt das Team mit beeindruckender Konstanz im Rennen. Und Krüger? Der Kapitän setzte den entscheidenden Moment der Saison.
In der letzten Passe schoss er erst eine unerklärliche 4 – und alle hielten den Atem an. Doch dann sammelte er sich, atmete tief durch und setzte eine perfekte 10 als Schlusspunkt.
199 zu 189. Neustadt gewinnt. Neustadt steigt auf.
Ein Team, das zusammengewachsen ist
Mit 2843 Gesamtringen und 24:4 Punkten sicherte sich der SC Neustadt den Meistertitel der Bezirksliga Recurve Oberfranken. Doch was diesen sportlichen Erfolg besonders macht, ist nicht nur das Ergebnis – es ist die Art und Weise, wie er entstanden ist.
Nachdem letzten Pfeil sagte Krüger:
„Ich bin Mega stolz auf mein Team. Wir haben alle unsere Stärken und Schwächen – aber wenn einer nicht trifft, treffen die anderen beiden. Wir gleichen uns jedes Mal aus.“
Es war ein Satz, der den Kern dieser Mannschaft trifft.
Ausblick: Die Oberliga wartet
Nun geht es weiter in die Oberliga Nordwest. Dort schießt man auf 40er Spots, dort warten neue Herausforderungen – und Chancen.
Doch nach diesem Wettkampftag in Rehau zweifelt niemand daran, dass
der SC Neustadt bereit ist.
Ein Team, das nicht nur
schießt.
Ein Team, das kämpft.
Ein Team, das zusammen
Geschichte schreibt.
Wir danken Martin Eschrich, Hannes Büchner, Jan Heckert, David Morand und Carsten Krüger für diese herausragende Saison 2025/26.
(Copyright by Carsten Krüger/Wolfgang Fischer)
http://www.bssb-oberfranken.de/news.cfm?artikel=4523
(Veröffentlicht am 26.02.2026, gedruckt am 02.03.2026)